Theme: An economy of means – Residential transformation in Athens

Team: Jonas Hamberger, Eva Hoffmann, Vanessa Salm

 

In collaboration with Studio Krucker Bates, Chair for urbanism and housing at the Technical University Munich

 

Awards:

aWArd studentischer Nachwuchspreis 2020 – Palimpsest: Winner (2020)

Heinze Architekten Award 2019 – Kategorie Nachwuchsarbeiten: Winner (2019)

 

all images: © 2019 Vanessa Salm, Jonas Hamberger, Eva Hoffmann

To work with what is already there, to create something new from what exists, to give it the possibility to grow and to transform it, seems to be an appropriate strategy to counteract the tendency of the 21st century of a wasteful lifestyle and the negation of the reality of our environment.


We need to go beyond the boundaries of modernity and work on a more comprehensive approach towards form and language to enable new interpretations that are contemporary, relevant and inclusive.

This eight-storey concrete structure is exemplary for the expression of the city of Athens, which is superimposed with countless layers of building fabric. While the ruins of the Acropolis recall the power of the Hellenistic Empire, these ruins symbolically reflect the economic crisis of the 2000s in Greece and represent the end of the „polykatoikia“ residential model that has been tried and tested since the 1920s.

 

The existing concrete skeleton draws its tension from its own imperfection. In contrast to a stringently thought-out grid, the beams and columns of the structure seem to miss each other. Even the dimensions of the building components do not allow any conclusion to be drawn about the statics, so that the structure follows its own rules and radiates an emotional presence.

Based on the existing structure and its anomalies, an additive concept of spatial interweaving is developed. This is composed of differentiated spatially structuring and technical elements, which, like the existing structure, follows its own logic. It consists of a conventional aluminium framework, which reacts appropriately to the spatial conditions by means of different planking, such as plasterboard and metal sheets in varying heights, and thus gains in its complexity. The introduced elements and the existing structure correlate with each other and interweave to form a sensitive, synergic unit.

 

The implied program is composed of both residential use and manufacturing industry. While the apartments focus on their spatial interweaving not so much in the elements as in their spatial sequence, the principle in the commercial areas changes to a more generic architecture in which technology serves as a spatial link.

 

Equally essential to the design is the idea of the „urban collective“, a community in which the production and living areas are in constant negotiation about their respective space. They interlock, communicate with different uses and thus break away from clear demarcations of their individual areas.

The work explores the handling of the architectural heritage from the time of the economic crisis in Greece and is intended to provide an optimistic approach to the problem of the empty „polykatoikias“ in the middle of the centre of Athens. While this failed Greek invention is partly responsible for the chaotic development of Athens and the formless, borderless and placeless urban landscape, our design develops a sustainable approach to foster an urban collective within these structures and their surroundings.

 

Based on the idea of an economy of means, spatial relationships and technical standards are consciously questioned and sharpened. The relationship and interface between living and working, but also the current relation to technology is to be renegotiated.

 

Consequently does working with an existing structure not nescessarily call for economic or design restriction, no matter how chaotic and overstraining the existing may appear. On the contrary, intensive observation and acceptance of the existing opens up the basis for a new and rich architecture, which is the foundation for its emotional origin but also its present and future appearance within the same place.

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Heinze Architekten Award 2019 – Kategorie Nachwuchsarbeiten: Winner (2019)
 
Jury: Stefan Behnisch von Behnisch Architekten,Prof. Anne Beer von Beer Bembé Dellinger Architekten und Stadtplaner, Prof. Katja Knaus von Yonder Architekten.
 
Begründung:
 
Architektur kann für unsere Gesellschaft Relevanz entwickeln, sofern wir uns als Architekten den Themen annehmen, mit denen Architektur im Sinne einer nachhaltigen Gestaltung entwickelt werden kann. Die Arbeit „An ecomomy of means. Residential transformation in Athens.“ greift Themen von gesellschaftlicher und sozialer Brisanz gleichermaßen auf unterschiedlichen Ebenen auf und führt sie zusammen. So geht es in dieser Arbeit zum einen um die Auseinandersetzung mit leerstehendem Baubestand und dessen Potenzial für eine architektonische Weiterentwicklung bzw. Rückführung in den Wohnungsbau. Zum anderen geht es aber auch um die Schaffung günstigen Wohnraums und nicht zuletzt sollen, im Sinne gemeinschaftlichen Zusammenlebens, die Raumbedürfnisse der unterschiedlichen Protagonisten in dem Gebäude kontinuierlich neu verhandelt werden können, indem durch leichte Aluminiumtrennwände Flexibilität in der Grundrissgestaltung möglich wird. So werden im Interesse eines schonenden Umgangs mit Ressourcen ergänzend bestehende Ausbaustandards hinterfragt.
 
Freilich ist es nicht einfach einen solch umfangreichen Blumenstrauß selbst gestellter Herausforderungen in allen Teilen zur Perfektion zu bündeln. Ob die gezeigten Aluständerwände so wirklich funktionieren werden können, darf gefragt werden, und ebenso, ob die gezeigten Grundrisse in Teilen nicht noch konsequenter in Richtung einer umfangreicheren Varianz für gemeinschaftliches Zusammenleben hätten entwickelt werden können.
 
Die Jury würdigt aber den grundsätzlichen sozialen Anspruch an die Möglichkeiten architektonischer Gestaltungsprozesse in diesem Entwurfsprojekt sowie Umfang und sehr überzeugende Qualität der präsentierten Darstellungen. Das gewählte Konzept des Verwebens, wird mit der vorliegenden Arbeit nicht nur als geometrisches Prinzip begriffen, sondern auch als Mittel des inhaltlichen Verwebens und der Schaffung gesellschaftlichen Zusammenhalts. Diesen gelungenen Ansatz honoriert die Jury mit einem Preis.
 
Published: https://www.heinze.de/architekturobjekte/architektenaward/rueckblick/2019/

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aWArd studentischer Nachwuchspreis 2020 – Palimpsest: Winner (2020)
 

Jury: Prof. José Mario Gutierrez Marquez, Bauhaus-Universität Weimar (Vors.) – Barbara Ettinger-Brinckmann, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer – MinR’n Christine Neuhoff, Referatsleiterin im
Bundesmin. des Innern, für Bau und Heimat – Prof. Johannes Kuehn, Bauhaus-Universität Weimar – Prof. Dr. Matthias Ballestrem, HCU Hamburg – Judith Jaeger, Chefredakteurin wawettbewerbe aktuell – Thomas Hoffmann-Kuhnt, Herausgeber wawettbewerbe aktuell

 

Begründung:

 

Die Verfasser*innen nähern sich dem Thema des Palimpsests auf zweifache Weise: sie schreiben eine etwas rätselhafte Geschichte fort, indem sie ein begonnenes Haus vollenden, und erkennen darin folgerichtig auch den Beitrag zum sparsamen Umgang mit den Ressourcen – die als „Ökonomie der Mittel“ erlaubt, Bestehendes „geschickt zu transformieren“. Wie ein nach drei Seiten offenes Raumregal steht das Betongerippe der acht-geschossigen Bauruine in Athens Innenstadt, die ihren Abschluss in einer aufgelösten Krone findet. Folgt in den drei unteren Geschossen die Fügung aus Stützen

und Unterzügen noch dem Gewohnten, so irritiert die aus-gedünnte und verschobene, etwas „anomale“ konstruktive Struktur im weiteren Aufbau. War das vielleicht der Grund für’s Aufgeben der ursprünglichen Investoren?
Es wird ein „additives Konzept der räumlichen Verwebung entwickelt”. In die offene Struktur schiebt sich ein standardisiertes Ständerwerk aus Aluminium, das Träger wird für unterschiedliche Ausfachungen und Beplankungen aus Gipskarton, Metalltafeln, PVC-Wellen, Glas – ergänzt um heiter flatternde raumhohe Vorhänge und durch die erforderliche technische Infrastruktur für die angestrebte Nutzung. Sie besteht aus einer stadtaffinen Mischung von Wohnen und Produktion, die in einem ständigen Prozess um ihre jeweiligen Raumansprüche miteinander verhandelt werden soll. Die Idee, welcher Art die in den erdgeschossnahen Geschossen angesiedelte Produktion sein soll, knüpft an die für den Weiterbau gewählte Metapher des „Verwebens“ an und ist allein schon deshalb überzeugend,
weil sie die Geschichte des Ortes – Palimpsest! – aufgreift. Hier, im ehemaligen „Stoffviertel“ Athens sollen wieder Stoffe und Gewebe hergestellt werden. Die Wohnungen lösen sich von konventionellen Vorstellungen – „collective living“ – und stellen sich als frei und unterschiedlich, variabel bespielbare Raumabfolgen dar. Die innere Gestaltung zieht ihren Reiz aus den rauen und rohen Oberflächen des Betons,
die Raumhöhen vermitteln Großzügigkeit und Lässigkeit.

 

Published: wa Vision 2020, Sonderheft.

https://www.wettbewerbe-aktuell.de/wa-award/wa-award-2020-palimpsest-91787

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